Martin Mathlouthi - Muster nicht brechen sondern annehmen

Shownotes

In dieser Folge nimmt uns Martin Mathlouthi - Director bei gesund.de - auf seine Reise mit vom klassischen Management Weg über einschneidende Erlebnisse hinzu Spiritualität.

Er teilt seine Erfahrungen über den Drang nach Erfolg, innere Unzufriedenheit und die Bedeutung von Achtsamkeit in der Führung. Außerdem gibt er tiefe Einblicke in seine Nahtoderfahrung, die ihn zunächst zu Persönlichkeitsentwicklung angeregt hat.

Doch erst eine spannende Technik hat seinen Verstand davon überzeugt: es gibt mehr als was mein Verstand begreifen kann.

Ich diskutiere mit ihm, wie emotionale Muster unser Verhalten beeinflussen, wie man diese erkennen und annehmen kann - und welche Pflicht mit der Macht als Führungskraft einhergeht.

Zudem geben sie praktische Tipps zur Verbesserung der Achtsamkeit und zur Förderung einer positiven Unternehmenskultur.

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00:00:00: hat mich rückblickend echt geprägt.

00:00:01: Ich glaube, das war so in der achten neunten Klasse, war dann gesagt, hey, wenn du beruflich erfolgreich bist, dann kannst du all das, was du hier siehst, kannst du dir ermöglichen und erfüllen, ob es jetzt irgendwie eine tolle Wohnung ist oder vielleicht auch ein tolles Auto, was mir zu damaligen Zeit sehr imponiert hat.

00:00:18: Und das war dann so mein Generator, mein Antrieb.

00:00:21: Ich habe das Muster oder ... Meine Muster nicht durchbrochen, sondern ich habe sie angenommen.

00:00:27: Ich glaube, dass es so, dass es irgendein Art Kanal gibt, ein Informationskanal, auf den wir alle Zugriff haben und auch die Tatsache, dass wir alle ständig miteinander verbunden sind.

00:00:53: Tongesundee.

00:00:54: Er hat eine klassische Karriere hinter sich und ist dabei mehrmals an den Punkt gekommen zu merken, rein der materialistische Weg ist nicht ganz das Gelde vom Ei.

00:01:05: Wer ihn dahin gestubst hat, sich weiterzuentwickeln, das erfährsten diese Folge und wie.

00:01:10: Und er ist ein sehr rational tickender Mensch und hat ein Erlebnis gebraucht, das diesmal gar nicht so dramatisch ist irgendwie ein Schicksal-Schlag, sondern eine spannende Technik, bei der er erfahren hat, Okay, also da muss es noch mehr geben, als das, was ich vorher dachte.

00:01:29: Was das dann erstmal mit ihm gemacht hat, und zwar einen großen Abstand von dem Thema Spiritualität und vor allem, wie er dann wieder dahin zurückgefunden hat und welche Auswirkungen das jetzt für ihn in seiner Rolle als Führungskraft hat, das erfährst in der Folge.

00:01:42: Besonders spannend finde ich die Ansicht, dass es unsere Verantwortung ist als Führungskraft, die eigenen Muster zu kennen, um sie nicht anderen unfairerweise überzustölpen und aus der Machtposition potenziell Missbrauch zu tätigen.

00:01:56: Deswegen freue ich auf die Folge.

00:01:58: Sie ist kurz und knackig und vor allem

00:02:01: spallert.

00:02:01: Viel Spaß.

00:02:04: Wie bin ich Chef geworden?

00:02:06: Ich fange mal dort an.

00:02:08: Ich habe im klassischen Handwerk meine Karriere bekommen.

00:02:12: mit einer Berufsausbildung im Handwerk und bin dann in den nächsten Schritt in die Technologie gewechselt.

00:02:18: vom Handwerk und von der Technologischbarte im Bereich der Telekommunikation habe ich mich dort eben dann sukzessive hochgearbeitet über die ersten leitenden Funktionen bis hin zum Niederlassungsleiter von zwei Gesellschaften in München mit knapp vierzig Mitarbeitern und ja hatte dann wirklich die Möglichkeit, sehr früh, sehr viel Verantwortung zu übernehmen.

00:02:45: Weil ich auch das immer so mein großer Wunsch war, da wirklich erfolgreich zu werden und früh Karriere zu machen.

00:02:51: Und damit wurde ich beschenkt und es hat wirklich sehr früh geklappt.

00:02:57: Und was war dein Antrieb damals, diesen Weg einzuschlagen?

00:03:02: Jetzt, wenn du da so zurückguckst, was hat dich damals angetrieben, motiviert, beeinflusst?

00:03:09: Rückblickend kann ich dir sagen, dass ich es heute verstehe.

00:03:14: Damals, dass aber einfach passiert ist und ich gar nicht großartig darüber nachgedacht habe.

00:03:19: Aber ich bin mit meiner Mutter alleine groß geworden und ist ja der finanzielle Faktor.

00:03:27: Das war so immer ein Thema bei uns zu Hause.

00:03:29: Also, da gab es keine Unterstützung.

00:03:32: Und ich würde jetzt nicht sagen, dass wir wirklich arm waren, aber es musste tatsächlich jeder Euro oder damals jede Mark umgedreht werden, um zu schauen, wie wir, sage ich, mit den lebendsten notwendigen Sachen über die Runden kommen.

00:03:45: Und da gab es auch mal so ein einschneidendes Gespräch, das ich damals mit einem der Geschäftsführer hatte.

00:03:53: in dem Unternehmen, wo meine Mutter mal tätig war und es hat mich rückblickend echt geprägt.

00:03:57: Ich glaube, das war so in der in der achten neunten Klasse, weil dann gesagt hat, hey, wenn du beruflich erfolgreich bist, dann kannst du all das, was du hier siehst, kannst du dir ermöglichen und erfüllen, ob es jetzt irgendwie eine tolle Wohnung ist oder vielleicht auch ein tolles Auto, was mir zu damaligen Zeit sehr imponiert hat.

00:04:13: Und das war dann so mein, mein Generator, mein Antrieb immer nach mehr zu streben und nicht zu sagen, okay, jetzt habe ich einen gewissen Punkt erreicht, mich auf dem auszuruhen und mich damit zufrieden zu geben.

00:04:26: Und das war dann quasi so lange der Fall, bis ich an den Punkt angekommen bin, wirklich in der Management-Funktion viel Verantwortung innezuhalten.

00:04:39: Und ich meine, das ist ja eine Motivation, die wahrscheinlich viele Menschen erst mal antreibt.

00:04:45: Wohin hat es dich getrieben?

00:04:48: Es hat mich daran getrieben, dass ich das, was ich bekommen wollte, bekommen habe.

00:04:55: Ich würde sagen, würde das, was ich wirklich gebraucht habe, nicht bekommen habe.

00:05:02: Um es so zusammenzufassen, weil all das, was ich mir immer erträumt habe zu sagen, okay, ich habe ein gutes Einkommen.

00:05:09: Dadurch habe ich die Möglichkeit, mir Dinge leisten zu können, ein Stück weit frei und unabhängig zu sein.

00:05:15: Das hat sich eingestellt.

00:05:17: Aber trotzdem habe ich dann irgendwann realisiert, je mehr davon in mein Leben Einzug eingehalten hat, dass du weniger oder sag ich mal gar nicht wirklich bewegt hat sich irgendwie meine innere Zufriedenheit.

00:05:31: Also es hat sich irgendwie keinen, nicht wirklich das Bedürfnis von Besfriedigung eingestellt, was ich dann irgendwann wahrgenommen habe.

00:05:39: Was aber am Anfang dazu geführt hat, dass es mich erst mal noch mehr angetrieben hat, zu sagen, okay, das liegt dann daran, dass ich vielleicht dann noch eine Karrierestufe gibt, die ich nicht erreicht habe.

00:05:49: Und wenn ich die dann erreicht habe, dann habe ich ja noch mal die Möglichkeit, ein ganz anderes Gehalt zu verdienen.

00:05:55: Dadurch kann ich mir dann noch andere Dinge leisten.

00:05:57: Und wenn ich an dem Punkt angekommen bin, dann werde ich dieses Gefühl erhaschen, wonach ich mich einfach so so sehe.

00:06:05: Aber diese Schritt bin ich dann auch gegangen.

00:06:08: Das war dann aber immer noch so, dass ich immer noch irgendwie der Unzufriedheit, der Leere irgendwie gespürt hab.

00:06:15: Okay.

00:06:15: Und das heißt der Klassiker eigentlich, ne?

00:06:19: Also alles Materielle so weit abgehakt und trotzdem irgendwie leer.

00:06:28: Erinnerst du dich dann auch an den Moment, wo dir das so gedämmert hat?

00:06:32: Oder wann ist dir irgendwie aufgefallen?

00:06:35: Ja, jetzt könnte ich das noch ein drittes Mal machen.

00:06:39: Ich glaube, ich habe es verstanden so.

00:06:42: Und wie war das dann erst mal?

00:06:43: Also war das ein schöner Moment?

00:06:45: Hattest du irgendwie, ist Gott durch dich durchgefahren und gab es Erleuchtung und jetzt hast du alles verstanden?

00:06:51: Oder wie war das in dem Moment, weißt du das noch?

00:06:56: Also den Spiel vorgehalten hat meine damalige Partnerin, meine jetzige Frau.

00:07:05: Intensives Gespräch, wo sie mir ganz kleine Wunsch geäußert hat, mehr Nähe und mehr Zeit mit mir zu verbringen.

00:07:12: Aber ich war damals beruflich sehr viel unterwegs.

00:07:15: Und sie hat sich parallel schon so ein Stück weit auf den Weg der Persönlichkeitsentwicklung begeben.

00:07:21: Zu dem damaligen Zeitpunkt, als das Gespräch stattgefunden hat.

00:07:25: Ich habe das dann... war genommen, aber nicht wirklich ernst genommen David.

00:07:30: Bin weiter in dem Kreislauf der Karriere drin gewesen, mehr oder weniger befriedigend und bin dann damals durch einen Motorradumfall wirklich von jetzt auf gleich so ein bisschen aus dem Alltag, aus meinem damaligen Konstrukt gezogen worden und war dann zwangsläufig so ein bisschen in mir mit mir gefangen und hatte dann die Möglichkeit drüber nachzudenken.

00:07:55: Und diese, ja letztendlich, ich will es mir auch so ein Stück weit Nachtröterfahrung hat mir dann auch vor Augen geführt, zu sagen, okay, jetzt reflektiere ich mal, ist das wirklich das Leben, das ich leben will?

00:08:07: Oder möchte ich jetzt doch mal irgendwas verändern?

00:08:09: Weil ich bin einer Jung und ich habe viele Möglichkeiten.

00:08:12: Und als Ergebnis habe ich mich dann dazu entschlossen, mich beruflich zu verändern, im Sinne... der Branche, das heißt ich habe den kompletten Branchewechsel durchgeführt und habe die Verantwortungsposition freiwillig abgegeben und bin dann in einer neuen Branche erstmal nur in der ganz normalen angestellten Rolle wieder eingestiegen und habe dort meinen Neustart versucht.

00:08:37: Ich sage bewusst versucht, weil ich hier dann mehr oder weniger automatisch das zweite mal in dieses Muster reingefallen, wenn das sich dort auch dann sehr schnell hochgearbeitet hat, Karriere gemacht hat, wieder in der Verantwortungsposition innegehalten hat.

00:08:53: Und ich habe mich ein Stück weit zu früh einer gefühlt, weil ich sagen muss, das Umfeld war deutlich persönlicher und menschlicher.

00:09:00: Aber unter dem Strich war es das gleiche Konzept, das sich wiederholt hat, nur in einer anderen Umgebung.

00:09:07: Und das innere Gefühl der der Suche und der nicht befriedigt zu sein, war immer noch sehr präsent.

00:09:20: Wir kommen gleich dazu, wie du dann diese Zufriedenheit erlangt hast.

00:09:25: Aber erst mal zu diesem Muster.

00:09:28: Was ist ein Muster?

00:09:28: Ist es ein automatischer Verhaltensablauf, der sich immer, immer wieder zeigt?

00:09:34: Oder mal so eine vorläufige Definition.

00:09:41: das durchbrochen, weil ich glaube es ist wahnsinnig schwer, ich weiß das natürlich aus meiner Erfahrung als Therapeut und so weiter als Coach, dass es vielen Menschen schwer fällt diese Muster zu erkennen und dann auch das Schwierige ist sie dann auch noch zu durchbrechen.

00:09:56: Wie ist dir das gelungen?

00:09:59: Also ich würde tatsächlich sagen David, ich habe das Muster oder meine Muster nicht durchbrochen, sondern ich habe sie angenommen.

00:10:06: Das ist so meine Methode.

00:10:09: Also das muss da zu erkennen, das muss da dann aber auch wirklich zu akzeptieren und dann in mir zu integrieren.

00:10:16: Ja, aber es ist einfach in mir drin jetzt nicht nur in meinen Gedanken, sondern in meinen ganzen Zellen.

00:10:21: Das ist ja, sage ich mal, vor langer Zeit irgendwann meistens zurückzuführen auf die Kindheit, dass es irgendein traumatisches Erlebnis gegeben hat, wodurch dann das Kind aufgrund der fehlenden Möglichkeiten dann eine Überlebens- Tätigkeit oder irgendeine Handlung entwickelt hat, die man sich dann beibehält.

00:10:41: Ja, die war mir damals als Kind dienlich, aber ist mir vielleicht unbewusst im Erwachsenen Dasein nur noch manchmal dienlich und manchmal sogar hinterlich.

00:10:49: Und das waren bei mir zum Beispiel diese typischen Muster, die im positiven Sinne dazu geführt haben, dass ich beruflich sehr früh erfolgreich geworden bin, aber zugleich auch da immer ein Großteil der Energie und der Aufmerksamkeit reingeflossen ist und die Erwartungshaltung, dass mich das erfüllen wird.

00:11:12: Okay, verstehe.

00:11:13: Und wie bist du dann also aus diesem Muster nicht ausgebrochen, sondern wie hast du es integriert, um in deinen Worten zu bleiben?

00:11:23: Da schlagen wir jetzt die Brücke zu meinem Einstieg in die Persönlichkeitsarbeit.

00:11:31: Arbeitgeber, als ich die Branche gewechselt habe, hat alles damit begonnen, dass es einen Führungskräfte-Training gehabt, ein Workshop.

00:11:40: Das war eher auf der systemischen Ebene mit Toolings, wie man es eigentlich klassisch kennt, aus den Unternehmen und auch insbesondere für Führungskräfte.

00:11:51: Aber Bestandteil war da eben auch ein Business-Coaching, was dann in dem One-to-One geendet hat.

00:11:58: Und da habe ich das erste Mal wirklich mit einer Person eine Vertrauensbindung aufgebaut, wo ich dann gespürt habe, okay, also die Person hat mich an den Punkt gebracht, der für mich komplett unbekannt war.

00:12:12: Also auf der systemischen Ebene habe ich die Kontrolle gehabt, ich war da quasi im Rahmen eines Perfektionismus wirklich gut aufgestellt, um da auch wirklich mitzugehen und immer schön die Kontrolle zu haben im Kontakt.

00:12:25: und in der Kommunikation und er hat aber den Aspekt in eine ganz andere Richtung gelenkt und quasi so die Innen-Schau-Mahl gewagt so.

00:12:34: Was ist das, was ich tue im Außen, aber welchen Preis zahle ich dafür im Innen, was vielleicht nur einen kleinen Bruchteil der Menschen im Außen wahrnimmt, aber er hat das wahrgenommen.

00:12:47: und dann haben wir mal da so ein bisschen begonnen.

00:12:50: in mich reinzuschauen, was ich am Anfang natürlich nicht so toll fand und da im ersten Mal massiv in den Widerstand gegangen bin.

00:12:57: Aber irgendwas in mir hat daran festgehalten zu sagen, okay, ich lege das jetzt nicht an Akta, sondern ich mache da weiter.

00:13:04: Und aus diesen Business Coaching ist dann Rückblickend der Einstieg in die Persönlichkeitsarbeit entstanden und daraus resultiert dann auch der Weg in die Spiritualität.

00:13:17: Spannend.

00:13:17: Das heißt, er hat ... dich quasi auf dein Innenleben gelenkt und dich quasi vor deiner Ablenkung geschützt im Außen.

00:13:30: Erst mal hat sich das nicht angenehm angefühlt, meintest du, warum nicht?

00:13:35: Was waren die Widerstände?

00:13:37: Die Widerstände.

00:13:40: Ich hatte das Gefühl eines kompletten Kontrollverlustes.

00:13:46: So hat sich für mich angefühlt.

00:13:50: Ich bin das erste Mal wieder so mit meinen Emotionen, mit meinen Gefühlen in Kontakt gekommen in diesen Sessions.

00:13:57: Und es hat mir massiv Angst bereitet, weil ich das Gefühl hatte, das nicht kontrollieren zu können.

00:14:04: Ja, weil ich bin doch derjenige, der den Erfolg erlangt hat, weil er immer alles im Griff hat.

00:14:10: Und jetzt komme ich hier in einem Bereich, wo ich irgendwie gefühlt gar nichts im Griff habe und das möchte ich jetzt vermeiden.

00:14:17: Das fühlt sich für mich... ungewohnt an.

00:14:19: Das kann ich nicht steuern, das kann ich nicht sprichwörtlich kontrollieren.

00:14:24: Und es hat eine echt massive Angst gemacht am Anfang.

00:14:29: Interessant.

00:14:30: Dabei ist es ja was, was uns ja höchstmenschlich macht eigentlich, die Emotionen, Energie in Bewegung.

00:14:36: Deswegen heißen die so emotion und dahinter stecken unsere Bedürfnisse, die uns aufzeigen, was uns unterscheidet von Tieren und von Maschinen.

00:14:47: Bevor wir weiter in die Spiritualität einsteigen, was meinst du, hat überhaupt erst dazu geführt, diesen Haaren irgendwann abzudrehen?

00:14:57: Weil du wirst ja, wir werden alle emotional geboren.

00:14:59: Also Kinder können ihre Emotionen ja gar nicht unterdrücken.

00:15:02: Das passiert ja erst, wenn der Verstand mit Impulskontrolle so richtig wächst und so weiter.

00:15:08: Und dann Kontrolle überhaupt auszuüben kann.

00:15:13: Hast du eine These?

00:15:16: Ich habe eine These, also wenn ich persönlich in meine Kindheit zurückschaue, würde ich sagen, weiß, ist es irgendwann an dem Punkt entstanden, als ich sehr viele negative Erfahrungen in meinem Umfeld als Kind und als Jugendlicher gesammelt habe, in dem Moment, wo ich meine Emotionen gezeigt habe, meine Gefühle preisgegeben habe.

00:15:36: Das hat zu damaligen Zeit nicht in das Bild eines coolen, jugendlichen, männlichen Individuums gepasst und dafür wurde ich dann oft abgestraft.

00:15:50: und da ist dann irgendwann daraus die Schutzhaltung entstanden, das für mich zu erhalten, in mir ganz tief zu vergraben und nicht mehr preiszugeben, also damit nicht besichtbar zu werden und um dann noch einen oben drauf zu setzen, um mich zu schützen.

00:16:09: und nicht mehr verletzt zu werden, dann eben in allen Lebenslagen und in allen Situationen unbedingt immer die Kontrolle zu behalten.

00:16:18: Okay, und darf ich noch mal spezifischer fragen, wo das ja auch eine Emotion ärger und so weiter?

00:16:25: Und das sind ja häufig schon die Dinge, die man irgendwie mit Männlichkeit verknüpfen kann.

00:16:30: Und dafür hast du eigentlich auch nicht diese Erfahrung gemacht, sondern für welche Emotionen im Spezifischen hast du diese Erfahrungen gemacht.

00:16:40: Weißt du das noch?

00:16:46: Mich verletzlich zu zeigen.

00:16:47: Verletzlichkeit.

00:16:48: Definitiv.

00:16:49: Ja, Verletzlichkeit, Einfühlsamkeit, Mitgefühl.

00:16:55: Also alles eher weibliche Attribute, wenn man so möchte.

00:16:57: Männlichkeit, Weiblichkeit, also Unterdrückung von Weiblichkeit.

00:17:03: Mit dem Ergebnis, dass halt alles im Außen, das Männliche neigt ja auch dazu, im Außen zu agieren, gepasst hat, aber die Innenwelt halt nicht so, ne?

00:17:12: Spannend.

00:17:14: Ja, danke.

00:17:15: Und das ist jetzt Persönlichkeitsentwicklung gewesen, dann meintest du ging es auch in Spiritualität.

00:17:22: Was ist da überhaupt für dich der Unterschied?

00:17:24: oder was war dann?

00:17:25: Ist es wie eine Art Stufe oder Level oder wie ist ja die Abgrenzung für dich, die Unterscheidung?

00:17:36: Also ich würde es jetzt mal versuchen, versuchen zu abstrahieren.

00:17:42: In meinen eigenen Worten, also die Persönlichkeitsarbeit.

00:17:47: kann man jetzt sagen, Entfaltung oder Entwicklung bewegt sich für mich auf der systemischen Ebene und spricht eher den Intellekt an, den Verstand.

00:17:58: Also ich habe die Erfahrung gemacht und deswegen war das für mich auch rückblickend der richtige Einstieg.

00:18:05: Das ist etwas, das kann ich verstehen, das kann ich nachvollziehen, das ist für mich sinnhaftig und da gehe ich mit der Chor.

00:18:16: Spiritualität.

00:18:17: geht für mich in eine Region, die sich nicht mit dem Verstand erklären oder immer unbedingt begreifen lässt, sondern ist eher rein auf der Gefühlsebene, auf der Herzebene beheimatet.

00:18:29: So würde ich das für mich differenzieren.

00:18:32: Danke.

00:18:34: Und wann war jetzt also dein Moment, wo du Spiritualität kennengelernt hast, also das, ich sag mal, in Anführungszeichen unbegreifliche kennengelernt?

00:18:49: Da bin ich das erste Mal mit einer Arbeitsform in Kontakt gekommen durch eine Therapeutin, nachdem ich dann den nächsten Schritt gegangen bin im Business Coaching zu sagen, okay, jetzt bin ich mit einigen Themen in Kontakt getreten und auch da möchte ich jetzt mal weitermachen.

00:19:06: Da ist der Wille da und auch der Leistungsdruck da jetzt auch was zu erreichen.

00:19:11: Das kann ich ja nicht ignorieren.

00:19:12: Also wie gesagt, zur Nuster ist ja nicht immer schlecht.

00:19:18: Wenn es abzahm, wenn es abzahm geschieht.

00:19:21: Und dann bin ich im nächsten Schritt zu einer Therapeutin gelangt und war dort mit ihr quasi in Arbeit und die hat als Tool die systemische Familienaufstellung angewandt.

00:19:36: Das heißt, in der systemischen Familienaufstellung, für diejenigen, die das nicht sagen, geht es darum, dass quasi ein Thema, das ich als Person hab, beleuchtet wird, mit dem großen Unterschied, dass ich komplett davon ausgenommen bin.

00:19:50: Das heißt, ich habe die Möglichkeit, mir von außen mein Thema anzusehen, wie sie es auch in der Eigendynamik entwickelt.

00:19:58: gleichgesetzt, als würde ich jetzt die Möglichkeit haben, ins Kino zu gehen und ich schaue mal für dieses Thema meinen eigenen Film an.

00:20:03: Und es gibt zwei Methoden, wie das nachgebildet wird, entweder mit Objekten, das können zum Beispiel Holz-Statuen sein, oder mit tatsächlichen Menschen, die dann in der Rolle als Repräsentant die unterschiedlichen Szenarien einnehmen und dann wird das Ganze quasi einmal gestartet und dann entwickelt sich auch eine Eigendynamik und ich kann mir das von außen anschauen.

00:20:23: Und das ist etwas, diese Erfahrung hat mich einfach nur umgehauen darf.

00:20:27: Ich war da in der zweiten Variante mit wildfremden Personen, die ich noch nie zuvor beim Leben gesehen habe, zusammen das erste Mal für diese Arbeit und habe ein persönliches Thema aufstellen lassen.

00:20:40: Und es ist unglaublich, in welchem Detail grad wildfremde Personen dann auch zum Beispiel von meinen Angehörigen oder von mir selbst dann auch wirklich Szene nachgestellt haben, auch die richtigen Worte gewählt haben.

00:20:52: Und was dann dadurch auch wirklich für, ich würde sagen, für eine Energie freigesetzt wurde, weil ein Thema war, dass ich mit einer Person seit Längerem keinen Kontakt hatte und direkt nach dieser Arbeit am nächsten Tag hat sich die Person bei mir geweldet.

00:21:07: Also das war dann für mich dann auch definitiv kein Zufall mehr, sondern wirklich einen Schicksalsschlag dieser Arbeit.

00:21:14: Und da wurde mir das erste Mal wirklich veranschaulicht, dass so was existiert, dass es das wirklich gibt.

00:21:23: Also das bedeutet ja, diese Personen müssen irgendwie Zugriff auf Informationen gehabt haben, die sie nicht von dir persönlich übermittelt bekommen haben und haben sie dennoch gewusst.

00:21:34: Das heißt, es muss eine Art von Informationsübertragung geben, die nicht über den üblichen Weg, wie wir es halt über die Schule lernen oder die normalen Erfahrungen übersprachen oder direktes sprechen oder schreiben oder sonst irgendwas.

00:21:51: transformiert wurde, also das heißt, das ist mal das eine, also es gibt da irgendwas Übersinnliches, oder wie erklärst du dir das?

00:21:58: Ich klär mir das so, dass es irgendein Art Kanal gibt, ein Informationskanal, auf den wir alle Zugriff haben und auch die Tatsache, dass wir alle... ständig miteinander verbunden sind und durch diese Verbindung dann auch die Informationen transportiert werden können.

00:22:17: Also ich stelle mir das so vor wie ein großes Netzwerk, wie man es auch aus dem Internet kennt und über dieses Netzwerk sind wir alle angebunden und verbunden und wenn wir es zulasten, dann können die Informationen empfangen werden.

00:22:33: Spannend.

00:22:35: Kann das potenziell?

00:22:36: Warum?

00:22:36: Aber ist deine Frage, also du hast schon ein bisschen angedeutet, wenn wir es zulassen.

00:22:41: Die meisten Menschen ist jetzt mal meine These erleben das ja nicht so.

00:22:44: Warum?

00:22:48: Stimmt.

00:22:52: Die Fragen kann ich dir gar nicht beantworten.

00:22:53: Ich hatte als erstes den Prüß, die Frage umzutaumen mit Warum nicht.

00:22:58: Ja, also ich fand es immer so spannend.

00:23:00: Meine Erkenntnis war zum Beispiel auch, ich würde es mal für den Moment parken, dass ich mir dann immer die Frage gestellt habe, wow, wie ist das möglich?

00:23:09: Und warum sind wir nicht die ganze Zeit verbunden?

00:23:16: Aber eigentlich hatte man einen Therapeuten damals gesagt, sollte man sich eher die Frage stellen, warum sind wir getrennt?

00:23:22: Denn wir sind eigentlich von Natur aus ständig mit allem verbunden.

00:23:26: Und irgendwann kommen wir von der Verbindung in die Trennung, ob es jetzt mit anderen Menschen oder mit der Natur ist.

00:23:31: Das passiert irgendwann auf dem Weg des Erwachsenwerdens.

00:23:35: Und warum ist es nicht so?

00:23:40: Ich kann mir nur vorstellen, dass es meine persönliche Meinung ist, es ist ein sehr unbekanntes Terrain, dass ich nicht verstehen kann, was der Intellekt nicht erklären kann.

00:23:51: Und in dem Moment, wo der Verstand etwas nicht erklären kann, ist es eine Unbekannte und diese Unbekannte geht mit der Bedrohung einher und dadurch wird Angst verursacht.

00:24:02: Und ich glaube, dass diese Angst dann erst mal eine große Barriere darstellen kann, damit in Kontakt zu treten.

00:24:07: Das sind Erfahrungen, die ich persönlich gesammelt habe.

00:24:10: Ja, das glaube ich auch.

00:24:13: Ich glaube, dass wir unterschiedliche Zustände annehmen können, an Bewusstheit.

00:24:18: Da gibt es niedere und da gibt es höhere Zustände.

00:24:22: Das kennt man ja.

00:24:23: Es gibt zum Beispiel in der Rechtsprechung auch niedere Motive.

00:24:28: für die man dann war, wo man sich denkt, also wegen sowas hat der irgendwie einen Mord begangen, meine Fresse.

00:24:35: Das ist aber echt jetzt nicht besonders, ich sag mal, erhaben.

00:24:39: Wir kennen das irgendwie und wir kennen es auch, wenn uns Menschen runterziehen oder wenn uns eine Situation runterzieht.

00:24:47: Was zieht denn da?

00:24:48: Aber trotzdem weiß es der Volksmund total.

00:24:52: Und es gibt ja genug Forschung zum Thema... zum Thema Materie und Welle und so weiter.

00:24:59: und warum wohl finden wir Musik, manchmal löstes Emotionen uns aus.

00:25:05: Wir fangen an zu weinen, weil wir das hören, weil wir eben resonanzfähig gewesen sind.

00:25:09: Ich glaube nur, aber wenn wir unter sehr großen Stress geraten, verdichtet sich alles.

00:25:14: Also dann nehmen wir eine sehr dichte Form an, die sehr eingeengt denkt und auch tickt.

00:25:22: Und es fehlt dann also diese Resonanzfähigkeit.

00:25:26: Das ist häufig so, wenn Menschen im Stress sind, dass sie dann nicht besonders empathisch sind, nicht besonders einfühlsam und so weiter, sich gegenüber, auch anderen gegenüber nicht.

00:25:34: Und das glaube ich, die Hauptursache ist Stress und die daraus resultierenden Prozesse.

00:25:42: Und ich glaube, das hast du auch so schön gesagt, es braucht einen Moment, wo dein System mal komplett rausgenommen wird.

00:25:54: Also jetzt bei dir war es diese Nahtoderfahrung durch den Unfall oder aber durch zum Beispiel bewusste Stille oder Meditation oder sonst irgendwas Yoga, whatever, das dich einfach mal wieder in Entspanntheit bringt, sodass dich wie so alles wieder lockern kann, sodass du wieder in deine Resonanzfähigkeit kommst.

00:26:12: und nur dann ist zumindest meine Beobachtung und auch meine Überzeugung.

00:26:17: bist du überhaupt empfänglich?

00:26:18: Wie als wäre sonst die Antenne des Radios einfach im Minusbereich und gar nicht empfänglich für die Frequenzen, die eigentlich ständig gesendet werden von allen Radiosendern unterschiedlicher Frequenz.

00:26:31: Aber ich habe einfach gar nicht meine Antenne draußen und so erkläre ich mir das natürlich.

00:26:38: Es kann ich total mitfühlen, David, weil der Zugang für mich zu diesem Netzwerk findet nicht im Außestatt, sondern im Innen.

00:26:45: Ja, es ist ja genauso, als würde ich versuchen wollen, ins Internet zu gehen, aber das WLAN ist aus.

00:26:50: Und wenn ich mich die ganze Zeit im Außen in der Ablenkung befinde, ja, ob es jetzt irgendwie im Job ist oder dann abends mit Fernsehen oder ständig durch irgendetwas Informationen einsammeln zu lassen, die von außen kommen, ist der Netzwerkzugriff nicht aktiv.

00:27:08: In dem Moment, wie du es gesagt hast, wenn die Stille einkährt und ich mal innehalte und mit mir in Kontakt gehe, dann geht das WLAN an und ich habe die Möglichkeit, auf dieses Herzfeld zuzugreifen und dann überhaupt erst Information fließen zu lassen.

00:27:24: Ja, spannend.

00:27:25: Und was hat sich dadurch dann in deinem Leben geändert?

00:27:30: Also du hattest diesen Moment bei der systemischen Aufstellung, du hast gemerkt, ach du Scheiße, da gibt es Sachen, die kann ich ja gar nicht greifen, aber sie sind offensichtlich existent.

00:27:42: Wie hast du... damit einen Umgang gefunden?

00:27:46: im ersten Moment und dann später auch ganz praktisch in deiner Rolle als Führungskraft.

00:27:50: Was bedeutet das heute für dich, eine spirituelle Führungskraft zu sein?

00:27:55: Wir haben deine erste Frage zu beantworten.

00:27:57: Wie bin ich damit zurechtgekommen?

00:27:59: Ehrlich gesagt erst mal gar nicht.

00:28:03: Ich habe mich in so einer Zwischenwelt befunden.

00:28:06: Ich habe da mal so ein bisschen reingeschnuppert.

00:28:10: Da wurden ein paar Themen aufgezeigt und dann stand ich so ein bisschen vor der Wahl, gehe ich da weiter oder gehe ich da nicht weiter.

00:28:17: Es hat sich sehr unangenehm, unbekannt und wie gesagt, angstbehaftet, angefühlt, weswegen ich lange auch gegen die Sache und gegen mich angekämpft habe.

00:28:27: Das war eine sehr energiraubende Zeit, weil ich versucht habe, so weiter zu machen wie bisher.

00:28:32: Aber eigentlich habe ich wahrgenommen, denn es geht nicht.

00:28:35: Ich weiß jetzt, dass da was ist.

00:28:38: Ich kann es jetzt noch weniger ignorieren als davor.

00:28:40: Davor wusste ich es zumindest nicht.

00:28:42: Aber irgendwas habe ich angetrieben und gesagt, guck mal hin.

00:28:44: Und jetzt habe ich ihn geguckt.

00:28:46: Jetzt habe ich es gesehen.

00:28:46: Jetzt kann ich es nicht weiter ignorieren.

00:28:48: Die Büchse der Bandora ist geöffnet.

00:28:50: Ja,

00:28:50: genau.

00:28:51: Das war eine sehr intensiven und anstrengende Zeit.

00:28:55: Aber ich bin extrem dankbar dafür.

00:28:57: Und jetzt zu deiner zweiten Frage, wie wirkt sich das aktuell in meinem Berufsleben aus?

00:29:02: Also ich nehme es nur extrem positiv wahr, weil ich wieder die Möglichkeit habe, in einer Verantwortungsrolle zu agieren.

00:29:12: Und ich für mich bin einfach davon überzeugt, Also gerade dann, wenn ich Verantwortung für einen Bereich und sogar auch noch für andere Personen in ihren Rollen habe, ist für mich die Grundvoraussetzung, dass ich Verantwortung für mich als Person übernehme und weiß, wer bin ich, was sind meine Themen, was sind meine Muster und daran auch wirklich gezielt wahrnehmen zu können, gerade in dem hektischen und stressigen Berufsalltag, wo oftmals viel Erwartungshaltung und viel Druck entsteht oder auch B steht, was einfach in der Natur der Sache liegt.

00:29:45: Ja, in dem Wirtschaftsumfeld, dann für mich ganz klar selektieren zu können, ist das jetzt ein Thema, das der Sache dientig ist?

00:29:53: oder ist es einfach nur mein Thema, das ich jetzt einfach mal parken kann, das hier jetzt in dem Business-Kontext nichts verloren hat?

00:30:01: Also dieses ich projiziere nicht mehr meine ungelösten Themen auf die Welt und lasse sie im schlimmsten Fall noch an meinen Mitarbeitern aus, sondern ich habe dann eine gewisse Unterscheidung.

00:30:14: Fähigkeit entwickelt und kann kann da gut selektieren.

00:30:20: und somit was ist der Effekt?

00:30:21: Also du kommst einfach Was ist der Effekt her?

00:30:24: Frage an dich.

00:30:26: Der Effekt ist, dass ich mich freier fühle in meiner Rolle, dadurch freier agieren kann und ich die Wahrnehmung habe, dass sich das extrem positiv auch auf das Unternehmen auswirkt, weil das in beide Richtungen läuft.

00:30:41: Also die eine Richtung, die ich gerade beschrieben habe, ist, dass ich das dann auch wirklich selektieren kann, wenn irgendwas passiert.

00:30:49: Aber auch im Umkehrschluss, wenn auf mich etwas reinpressend ich die Möglichkeit habe, dann auch für mich zu differenzieren, okay, ist das jetzt vielleicht ein Thema, was bei der Person geheimatet ist oder hat es wirklich gerade etwas mit meiner Rolle oder anderen Rollen zu tun und man sollte da wirklich Energie drauf verwenden.

00:31:08: und dadurch habe ich die Möglichkeit für mich gewonnen.

00:31:10: Energie freizusetzen, die ich woanders in meiner Rolle oder auch im privaten Umfeld viel besser nutzen kann, weil sie einfach nicht sinnfrei verpufft, indem ich in irgendein altes Muster gerate, mich dort verzettel und mir dann die Zähne dort ausbeißen, ah, habe ich jetzt hier einen großen Fehler gemacht.

00:31:28: und was muss ich jetzt dazu tun?

00:31:30: und damit ich wieder von allen gesehen und wertgeschätzt werde, mache ich jetzt Unmengen an Überstunden und legt noch eine Schippe drauf.

00:31:37: Da ist so viel Energie verpufft in der Vergangenheit.

00:31:41: Das ist unglaublich.

00:31:43: Und dadurch hat sich für mich persönlich und auch für die Wahrnehmung meiner Rolle im Unternehmen viele Energie ergeben, die ich freisetzen kann und die ich anders auch wertschätzend und wertbringend einbringen kann.

00:31:57: Ja, das ist ein wichtiger Punkt, gerade in Zeiten, wo Burnout glaube ich überall durch die Decke geht und sich alle fragen, wie wollen wir denn damit jetzt umgehen eigentlich?

00:32:07: Und natürlich kann man systemisch viel machen, also die Organisation so aufstellen, dass sie möglichst nicht so viel Stress produziert, aber sind wir mal ehrlich.

00:32:17: In welcher Organisation ist es in den Zeiten aktuell nicht stressig?

00:32:23: Ich kenne keine.

00:32:25: Und dann ist ja die Frage, wo fängst du an?

00:32:29: Was ist dein Tipp?

00:32:32: Wenn du jetzt jemanden, einer jungen Führungskraft, die jetzt gerade Burnout hat oder sich überarbeitet

00:32:38: etc.,

00:32:39: was würdest du ihr mitgeben als ganz praktischen Tipp oder mehrere Tipps in die Richtung?

00:32:49: Also ein praktischer Tipp wäre es, wenn mich Achtzehnkeit walten lassen, also Achtzehnkeit auch insbesondere in dem Kontakt.

00:32:57: Ja, ich meine, ich habe gerade in dem stressigen Alltag, du hast es betitelt, dann oft weiß die Situation, was ich heute bei mir noch beobachte, ich springe von Meeting A zu B zu C, sich dann aber auch wirklich bewusst zwischen den Terminen die Zeit zu nehmen, kurz inne zu halten und dann wieder bewusst.

00:33:17: im nächsten Termin mit der Person in Kontakt zu treten, weil dadurch einfach dann der Austausch nicht auf der Strecke bleibt, weil oftmals viele wichtige Informationen gesendet werden, aber nicht empfangen werden oder umgekehrt.

00:33:29: Und die Achtsamkeit war für mich persönlich da, der Schlüssel dann auch wirklich den Informationsfluss wahrzunehmen.

00:33:37: Das heißt, es gewinnt dadurch Effizienz einerseits.

00:33:39: Ich

00:33:40: gewinnt dadurch Effizienz.

00:33:41: Ja,

00:33:41: genau.

00:33:42: Ich finde es immer praktisch oder wichtig, den praktischen Nutzen vorauszustellen.

00:33:46: Wir alle sind Unternehmer, Führungskräfte oder in der leitenden Funktion.

00:33:56: Ich freue mich immer, wenn wir aufzeigen können, dass es nicht nur nice to have ist und wir fühlen uns dann gut.

00:34:01: Schön, sondern welchen Nutzen bringt auch tatsächlich fürs Unternehmen?

00:34:05: Jetzt sagen wir, okay, Information wird effizienter ausgetauscht, sie kommt besser an, sie wird besser verarbeitet und wir haben nicht so viel Reibungsverlust, was das angeht.

00:34:14: Gibt es noch weitere Tipps, die du hast und welchen Effekt zielen die?

00:34:24: Fragen stellen und die Person mit einem beziehen.

00:34:28: Also das ist für mich auch ganz wichtig.

00:34:31: Gerade in der Rolle als Führungskraft, glaube ich, habe ich beobachtet, mit oftmals der eigene Anspruch gestellt, ich muss allwissend sein und ich mache die Vorgaben.

00:34:41: Aber ich finde es manchmal schade, wie viel Potenzial dadurch auf der Strecke bleibt, weil da so viel wertvolles Wissen und Kreativität und Ideen im Unternehmen rumschwirren, die einfach nur angezapft werden wollen.

00:34:56: Kurz gesagt mein Tipp, gerade dann, wenn sich in mir das Gefühl breit macht, ich weiß nicht weiter, aber ich weiß, da müssen wir eine Lösung dafür finden, die Leute mit einzubeziehen, gezielt Fragen zu stellen und sich dann davon überraschen lassen, was dabei rauskommen kann.

00:35:12: Und das ja auch, der erste Schritt ist ja auch, sich einzugestehen.

00:35:16: Ich kann das nicht.

00:35:17: Also auch das ist ja die Verletzlichkeit, von der du wahrscheinlich gesprochen hast.

00:35:22: Anders als früher, wo du wahrscheinlich dann über Stunden gemacht hättest und jetzt irgendwie total dich aufgerieben hättest, um halt diese Lösung selber zu finden, um vor den anderen gut dazustehen oder wie auch immer, dir einzugestehen.

00:35:35: Keine Ahnung, weiß ich nicht.

00:35:37: Aber ich frag mal.

00:35:39: Ja.

00:35:40: Und das Schöne ist ja dabei entsteht ja auch noch Wachstum.

00:35:42: Es ist ja für beide Seiten was drin.

00:35:44: Ja, ich meine, das finde ich ja auch super wichtig in der Rolle als Führungskraft.

00:35:48: Dann auch das Potenzial, das wahrgenommen wird, dann auch wirklich zu fördern.

00:35:53: Und solche Situationen können da zu beitragen.

00:35:56: Ganz massiv.

00:35:58: Ja und auch das ist das ist was was wir in vielen Organisationen beobachten diese massive email flut und das gerade je höher du kommst dass du.

00:36:06: Mehr Arbeitslast spitzt sich zu wenn eben die Führungskräfte drunter nicht genug befähigt sind selber Entscheidungen zu treffen und auch ermutigt werden eben durch so eine Art von Einbindung.

00:36:21: Und da auch das Thema Ego.

00:36:25: Wie viel Macht habe ich, muss ich auch bereit sein, halt auch Macht abzugeben.

00:36:30: Und dafür muss ich ja mit meinen Ängsten in Kontakt gekommen sein.

00:36:37: Gibt es noch weitere, noch weitere ganz praktische Übungen, die du mitgeben könntest, so du als Führungskraft, wie gestaltest du deinen Alltag so, dass diese Achtsamkeit nicht verloren geht?

00:36:50: oder wie gestaltest du so deinen Energielevel, dass dass du dich immer ja fokussiert genug mit der Sache und dir und den Menschen beschäftigen kannst.

00:37:04: Also bei mir persönlich ist das Thema Zeitmanagement sehr wichtig geworden.

00:37:09: Zeitmanagement im Sinne von ich versuche jeden Tag vor Arbeitsbeginn Kurs innezuhalten und mir ein Tagesziel zu setzen.

00:37:17: Also was ist mir heute wirklich wichtig?

00:37:21: Was ist wirklich wichtig oder?

00:37:23: Noch viel bedeutet, zweimal gibt es ein dringendes Thema, was ich vorziehen muss, weil ich die Beobachtung gemacht habe, dass die wichtigen Themen oftmals dazu neigen, dass ich, sag ich mal, fremdgesteuert bin, also ich bin wirklich reaktiv unterwegs und dadurch stellt sich da bei mir irgendwann das Gefühl ein, okay, ich bin nun auch getrieben, ich bin uns zufrieden, ich komme nicht mehr hinterher, jetzt überspitzt, ich lande in den Burnout, weil ich massiv überfordert bin.

00:37:53: Und das hilft mir, mich immer wieder so auf täglicher Basis zu reflektieren und dann auch die Zeit dafür zu haben, dann ins Team zu schauen, okay, was wird da gebraucht, wo ist da der Bedarf, wo kann ich da unterstützen und dann nicht wirklich der Beantwortung jeder E-Mail oder jeder Chatnachricht hinterherzulaufen.

00:38:10: Und das ist wirklich etwas, was sich als extrem banal anfühlt oder anhört, aber mir persönlich hat das massiv geholfen.

00:38:20: da auf täglicher Basis zu reflektieren.

00:38:23: Ich finde das gar nicht banal, weil du musst, um dir diese Zeit frei zu schaufeln, deine Grenzen sehr krass setzen lernen.

00:38:31: Und Grenzen setzen bedeutet ja, ich muss beim Gegenüber im Zweifel sagen, nein, mach jetzt nicht oder musst du warten oder sonst irgendwas.

00:38:40: Und das fühlt sich im ersten Moment kurz wie ein kurzer Trennungsmoment an.

00:38:45: Und da muss ich auch lernen, das auszuhalten und nicht in die in den Schmerz gehen oder von dem Schmerz, der dann da kurz entsteht, wieder zurückweichen, sondern sich das einzugestehen, ich darf das.

00:39:00: Also ich darf mir Zeit für mich nehmen.

00:39:03: Und das geht ganz, ganz vielen Menschen, glaube ich, so, dass sie sich das nicht eingestehen, weil sie dafür die nötige Aggression, die es braucht, also die gesunde Aggression, die Grenzen setzen zu können, aus Zuhoben haben in Liebe, Dürfenis oder Pippeplisertum eben nicht aufbringen.

00:39:20: Siehst du das ähnlich oder anders?

00:39:23: Ich sehe es ähnlich.

00:39:23: Ich kann dir auch sagen, dass ich bei mir persönlich beobachte, dass es mir immer noch schwer fällt.

00:39:29: Man sagt ja auch, ja sein ist um vielfaches einfacher als nein zu sagen und das kann ich definitiv nur bestätigen.

00:39:36: Aber da vielleicht noch ein Tipp, was mir geholfen hat, gerade im beruflichen Aspekt, ist es sich vor Augen zu halten.

00:39:43: Ich nehme hier mit meiner Persönlichkeit und all dem, was mich ausmacht, eine Rolle ein.

00:39:50: und diese Rolle beinhaltet Aufgaben.

00:39:52: Und wenn im Rahmen einer dieser Aufgaben in der Rolle, die ich wahrnehme, mal genau diese Situation entsteht, die du beschrieben hast, da wird, und ich muss zu jemandem Nein sagen, und der findet es nicht toll, dass ich Nein sage, weil diese Person ja auch ein Ziel verfolgt ist, es ist ja völlig legitim, es kollidiert, dann ist diese Person nicht einverstanden oder unzufrieden mit meiner Reaktion auf die Aufgabe, aber nicht unzufrieden mit mir als Person.

00:40:20: Und um mir hat das massiv geholfen, das zu trennen.

00:40:23: Weil dann werden auch nicht die ganzen Muster angefeuert.

00:40:28: So, nein, ich werde abgelehnt.

00:40:30: Ich werde vielleicht aus der Gemeinschaft ausgeschlossen.

00:40:32: Ich bekomme nicht die Wertschätzung.

00:40:34: Und das führt dazu, dass ich vielleicht beim nächsten Mal doch wieder Ja sage.

00:40:39: Und dann aber dafür den Preis zahle, dass ich persönlich mit meiner Energie nicht mehr haushalten kann.

00:40:46: Da sind wir wieder bei der Unterscheidungsfähigkeit und wieder bei der von dir angesprochenen Achtsamkeit.

00:40:53: Ja, vielen Dank, Martin.

00:40:54: Gibt es noch was Ungesagtes?

00:40:57: Meiner Seite ist alles gesagt.

00:40:59: Ich würde mir vielleicht nur wünschen von denjenigen, die sich die Zeit nehmen, das hier anzuhören oder sich sogar auch anzuschauen.

00:41:07: den Mut zusammenzufassen, vielleicht, wenn da irgendeine Stimme in euch wach wird, der Stimme zu folgen, auch wenn dann der Angst oder irgendwelche Widerstände da sind.

00:41:17: Also ich kann mir nicht vorstellen, dass es nicht benot wird.

00:41:21: Also seid mutig, folgt den Impuls und seid neugierig darauf, was passiert.

00:41:28: Das kann ich nur bekräftigen und dir vielen Dank sagen, Martin, für deine Weisheit, für deine Zeit und für deine praktischen Tipps.

00:41:35: Bis zum nächsten Mal.

00:41:37: Sehr gerne.

00:41:38: Danke dafür, dass ich da sein durfte.

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